• 01.03.2019
    Ein 96-jähriger Kryoniker und ehemaliger Ingenieur wurde nach der Deanimation in Deutschland kryonisch versorgt und zum Cryonics Institute (CI) für die Lagerung in flüssigem Stickstoff überführt. Die Perfusion wurde am Sonntag morgen, den 17.02.2019, ca. 11 Stunden nach Deanimation durchgeführt. Der Überflug von Frankfurt nach Detroit auf Trockeneis bei -78°C fand 6 Tage später am 23.02. statt. Anschließend wurde der Patient über 5,5 Tage weiter auf -196°C gekühlt und wird am 01.03.2019 in seinen Kryostaten zur dauerhaften Lagerung transferiert.

    Der Sohn des Kryonikpatienten hatte sich zuvor sehr dafür eingesetzt, seinem Vater den Wunsch nach einer kryonische Versorgung zu erfüllen. Durch dieses Engagement konnte ein Lagervertrag bei CI abgeschlossen und die Erstversorgung vor Ort sichergestellt werden. Cryonics Germany unterstützte bei den Formalitäten des Lagervertrags, führte die Perfusion durch und organisierte den Überflug auf Trockeneis in die USA. Weitere Details zum Ablauf des Falls sind im Fallbericht von CI zu finden:

    Der Kryonikpatient zu Lebzeiten.

    Nach Ankunft am Cryonics Institute.

    Es handelt sich hierbei um den ersten Ganzkörper-Kryonikfall, bei dem eine Perfusion mit VM1 in Deutschland durchgeführt wurde. Die erste Perfusion eines Kryonikers in Deutschland fand bereits 1996 mit Glycerin statt. Diese Chemikalie ist heutzutage jedoch nicht mehr üblich. Einen weiteren deutschen Ganzkörperfall gab es 2007, bei dem die Überführung in die USA auf Wassereis und die Perfusion dann bei CI durchgeführt wurde.


  • 15.01.2019: Das Harvard Wyss Institut gewinnt einen Grant über $23 Millionen zur Erforschung von Mechanismen der Biostase ohne den Einsatz von Hypothermie, was auch für die Kryonik wichtige Fortschritte bringen könnte.


  • 15.04.2018: Anfang 2018 ist ein Video erschienen, welches die erste Ganzkörperkonservierung in China dokumentiert (Chinesisch mit englischen Untertiteln).

  • 03.09.2017: Der Mikrobiologe Dr. João Pedro de Magalhães spricht in dem Vortrag „Cryonics: fantasy or a bridge to the future“ über die Chancen der Kryonik (in Englisch).


  • 11.04.2017: In einer Sendung des HR über den Umgang von Menschen mit dem Tod wird auch Marcus Beyer von Cryonics Germany interviewt. Ab Minute 6 in der Dokumentation „Tod! Und dann?“ stellt er die Sichtweisen eines Kryonikers dar. 


  • 01.03.2017: Erstmalig wird eine Methode publiziert mit der sich die Kryopräservation von Gewebe durch induktive Erwärmung von magnetischen Nanopartikeln verbessern lässt.

Schema der Nanoerwärmung. Quelle: Science Translational Medicine


  • 18.11.2016: Ein 14-jähriges Mädchen aus England war unheilbar an Leukämie erkrankt und ließ sich nach ihrem Tod kryonisch konservieren. In einem Gerichtsverfahren wurde ihr die Erlaubnis dafür noch vor ihrem Ableben erteilt. Die kryonische Versorgung, inklusive Perfusion, wurde von Cryonics UK im Krankenhaus durchgeführt und die Langzeitlagerung in flüssigem Stickstoff findet im Cryonics Institute statt.

Kryostase-Tanks für die Langzeitlagerung in flüssigem Stickstoff im Cryonics Institute. Quelle: Cryonics Institute http://www.cryonics.org


  • 12.11.2016: In Basel findet eine internationale Kryonikkonferenz, organisiert vom schweizerischen Verein CryoSuisse, statt. Unter den Rednern und Teilnehmern sind viele internationale Kryonikgrößen aus den USA und Europa, sowie zahlreiche Vertreter europäischer Kryonikgruppen. Von Cryonics Germany waren dabei 9 Teilnehmer vertreten, um sich über die letzten Entwicklungen kryonischer Verfahren zu informieren und über die zukünftige Organisation der Kryonik in Europa zu beraten.
Teilnehmerfoto der internationalen Kryonikkonferenz von CryoSuisse im Nov. 2016 in Basel

Teilnehmerfoto der internationalen Kryonikkonferenz von CryoSuisse im Nov. 2016 in Basel


  • 09.02.2016: Der Brain Preservation Prize konnte mit einer neuen kryopräservationstechnik gewonnen werden. Forschern von 21st Century Medicine ist es mit einer Kombination aus Kryonik und chemischer Fixierung gelungen, die Gehirnstruktur bis hinunter zu den Neuronen und Synapsen nahezu perfekt zu erhalten und zu konservieren. Diese Konservierung konnte unter einem hochauflösenden Elektronenmikroskop nachgewiesen werden.

Elektronenmikroskopische Aufnahme des kryonisch und chemisch konservierten Hirngewebes. Quelle: http://www.brainpreservation.org/small-mammal-announcement/